Warum nicht Hundesport?

Von A wie Agility bis W wie Wasserarbeit. Es gibt in der Schweiz zahlreiche Möglichkeiten, sich mit dem Hund sportlich zu betätigen. Dabei spielen weder Grösse noch Alter des Vierbeiners eine wesentliche Rolle. Jeder Hund kann - seinen Fähigkeiten entsprechend - hundesportlich beschäftigt werden.

Klar, aus einem grossen, schweren Hund, wie etwa einem Neufundländer wird nie eine Agility-Sportskanone. Vertreter der Windhunderassen lassen sich meist nur bedingt für Gehorsamsübungen motivieren, und Hunde, die das Wasser nicht heiss lieben, sind überfordert, wenn sie aus dem Boot in den See springen sollen. Doch gibt es glücklicherweise zahlreiche andere Sportarten und Disziplinen, die es erlauben, den Hund geistig und körperlich zu fordern. Man kann ihm beispielsweise beibringen, mit seiner guten Nase kilometerlange Fährten zu verfolgen. Oder vermeintlich verletzte Personen zu suchen und anzuzeigen. Aber auch Gegenstände zu apportieren, im Schnee nach vergrabenen Rucksäcken zu buddeln oder so schnell wie möglich über Hindernisse zu flitzen.

Dabei ist es unwesentlich, ob man diese Beschäftigung einfach nur zum Plausch oder aber mit ehrgeizigen Prüfungsambitionen ausübt. Ganz klar sollte aber das Wohl des Hundes immer im Vordergrund stehen. Gewalt und Zwang haben in den heutigen Hundeausbildung nichts mehr verloren. Das gemeinsame Hobby soll schliesslich Freude machen, dem Menschen und vorallem auch dem Hund.

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Begleithund

Die Begleithundeprüfung gilt als Einstieg in den Hundesport und wird vielfach als Basis für andere Sportarten vorausgesetzt. Sie umfasst eine bis zu 400 Meter lange Fährte und ein Sachenrevier, verschiedene Unterordnungsübungen, Hoch- und Weitsprung, Apportieren.

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Sanitätshund

Lauffreudigkeit ist ein wichtiges Kriterium für den Sanitätshund. Er sucht ein bis zu 120 x 400 Meter grosses Revier systematisch nach vermeintlich verletzten Personen und nach einem Gegenstand ab und zeigt diese seinem Hundeführer mit Bringseln an. Besonderheit in der Unterordnung ist das Kriechen.

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VPG

Die Abkürzung VPG bedeutet "Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde" und der Name ist Programm. Die Prüfung umfasst in der Nasenarbeit eine Fährte und ein Sachenrevier, verschiedene Unterordnungsübungen und die Abteilung C, die Arbeit mit dem Helfer.

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IPO

Die "internationale Prüfungsordnung" IPO verlangt von den teilnehmenden Teams eine Fährte, verschiedene Unterordnungsübungen, unter anderem Apportieren über Hürde und Schrägwand, sowie die Abteilung C, die Arbeit mit dem Helfer.

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Fährtenhund

Hier kann der Hund seine gute Nase gebrauchen. Bei den verschiedenen Fährtenhundeprüfungen (FH, FH 97, FCI FH) hat der Hund innert einer vorgegebener Zeit eine bis zu 1800 Schritte lange und mit mehreren Winkeln und Gegenständen versehene Fremdfährte zu verfolgen.

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Mondioring

Rund 40 Minuten dauert eine Mondioring-Prüfung, denn die 17 verlangten Aufgaben werden alle am Stück absolviert. Sie beinhalten unter anderem Freifolge, Apportieren und eine Futterverweigerung, Hoch- und Weitsprung sowie Palisade und sieben Übungen mit dem Helfer.

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Lawinenhund

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Erst wird in der Grobsuche ein 9000 Quadratmeter grosses Gebiet nach zwei verschütteten Personen abegsucht, danach in der Feinsuche ein 50 x 50 Meter grosser Revier nach einem vergrabenen Rucksack abgesucht. Reine Sportprüfung, keine Ernstfall-Einsätze.

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Agility

Rund 20 Hindernisse zählt ein Agility Parcous, der von Hund und Hundefüher in korrekter Reihenfolge, möglichst schnell und ohne Fehler oder Verweigerung absolviert wird. Die Hunde werden aufgrund ihrer Grössse in drei Kategorien eingeteilt. Die Hindernishöhe wird dementsprechen angepasst.

 

 

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Obedience

Voransenden in ein Viereck, Bringen über die Hürde, Positionen Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung oder auf Distanz. Eine Obedience-Prüfung umfasst zehn verschiedene Gehorsamsübungen, die es ohne Leine und Halsband möglichst genau vorzuführen gilt.

 

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Katastrophenhund

Die Organisation "REDOG" bildet Rettungshunde für die Suche nach Menschen in Trümmern aus. Diese kommen beispielsweise bei Erdbeben oder Bergstürzen zum Einsatz. Erst müssen die Teams jedoch einen Einsatztest bestehen und diesen regelmässig wiederholen.

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Gebirgs- / Flächensuchhund

Ebenfalls von der Organisation "REDOG" werden Gebirgs- und Flächensuchhunde ausgebildet. Diese werden jeweils aufgeboten um nach vermissten Wanderern, Bergsteigern oder Pilzsammlern zu suchen. Lauffreudigkeit und gute Kondition von Mensch und Hund sind wichtige Voraussetzungen.

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Wasserrettungshund

Ein Sport für zwei- und vierbeinige Wasserratten. Der Hund lernt unter anderem, Personen im Wasser einen Rettungsring zu bringen, einen vermeintlich bewusstlosen Taucher ans Ufer zu ziehen, vom Boot aus ins Wasser zu springen und das Boot mithilfe eines Taus ans Ufer zu befördern.

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Herdengebrauchshund

Hütehunde zeigen ihr Können nicht nur im Alltag, sondern auch an speziellen Wettkämpfen. Dabei haben sie eine Herde Schafe aus mehreren hundert Metern Distanz einzuholen, dem Hirten zu- oder von ihm wegzutreiben. Einzelne Tiere werden aussortiert und am Schluss in einen Pferch getrieben.

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Windhunderennen

Sei haben das Laufen und Hetzen im Blut, die Rassen der FCI-Gruppe 10. Diesen Drang können sie an Windhunderennen auf der Bahn oder aber bei Coursings, Rennen auf dem freien Feld, ausleben. Die Wettkämpfe bestehen in der Regel aus Vor- und Finalläufen.

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Schlittenhunderennen

Dank ihrem "desire to go" lassen sich Schlittenhunde noch so gerne vor einen Schlitten spannen und können den Start jeweils kaum abwarten. Je nach Anzahl Hunde gibt es unterschiedliche Kategorien. Die sommerliche Variante des Schlittenhundesports sind Wagenrennen.

 

Ideen und Vorschläge für mehr Abwechslung im Hunde-Alltag

Sie können Hundesport-Wettkämpfen und bis ins Detail geregelten Prüfungsordnungen nichts abgewinnen? Keine Sorge, es gibt auch andere Aktivitäten, mit denen man sich und den Hund beschäftigen kann.

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Longieren

Bindung stärken, Kommunikation verbessern, Vertrauen aufbauen. Das sind die Hauptziele des Longierens. Darüber hinaus lastet die Arbeit am grossen Kreis Hunde körperlich und geistig optimal aus, weil das longieren das Laufbedürfnis befriedigt und es dank nahezu unbegrenzter Variationsmöglichkeiten nie langweilig wird.

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Treibball

Diese Beschäftigungsform lastet den Hund körperlich und geistig aus, da es kein sinnloses Teiben der Bälle ist, sondern vielmehr eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Der Hund wird mittels Kommandos und Handzeichen dazu motiviert, verschieden grosse Bälle in ein Tor zu rollen.

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Ausdauersport

Sie heissen Canicross, Canin-Cross oder Biathlon. Es geht bei allen ums Gleiche. Mensch und Hund legen joggend eine bestimmte Strecke zurück und meistern unterwegs verschiedene Hindernisse. Nur für Teams mit guter Kondition, die regelmässig gemeinsam trainieren.

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Bike-Jöring

Ebenfalls im Ausdauerbereich ist das "Bike-Jöring" angesiedelt. Eine Wettkampfform, die vielfach an Wagenrennen angeboten wird. Daneben gibt es von der SKG eine so genannte "Ausdauerprüfung" über 20 Kilometer, mit vorgeschriebenen Pausen und Tierarztkontrollen. Keine Rangierung.

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Saccowagen 

Der Saccowagen kommt aus Norwegen. Schnell wurde der Sacco von Leuten entdeckt, die sich aktiv mit ihren Hunden beschäftigen wollen, sowohl für den reinen Zugsport wie auch für das Parcourfahren. Der Saccowagen ist für ein bis zwei Hunde ausgelegt, mit einer Spezialkonstruktion kann aber auch mit bis zu vier Hunden gefahren werden.

 

 

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Frisbee

Der Hund fängt Frisbees aus der Luft ab und bringt diese zurück. Zum Teil zu Musik, es gibt genau definierte Figuren, aber auch Raum für Kreativität.

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Flyball

Ein unterhaltsamer Mannschaftssport, bei dem immer zwei Mannschaften mit je vier Hunden gegeneinander antreten. Die Hunde überqueren vier Sprünge, holen sich aus der Flyball-Maschine einen Tennisball und kommen auf gleichem Weg zurück.

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Dog-Dancing

Der Hund dreht sich um die eigene Achse, legt sich auf den Rücken oder springt auf Befehl über das Bein seines Besitzers. Beim Dog-Dancing ist praktisch alles erlaubt. Verschiedene Figuren werden aneinandergehängt und zu passender Musik vorgeführt. Hier ist Kreativität gefragt.

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Dummy-Arbeit

Als Ersatz für den jagdlichen Einsatz gibt es für Retriever so genannte Dummy-Prüfungen. Dabei hat der Hund die Dummys zu suchen und zu apportieren, zum Teil auch aus dem Wasser. Bringfreude und ein guter Gehorsam sind nötig, um in dieser Disziplin erfolgreich zu abzuschneiden.

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Mobility

Weder Zeitdruck noch Konkurrenzkampf. An einem Mobility absolvieren Hund und Hundeführer Hindernisse wie Tunnel, Wackelbrett oder Bändervorhang. Die Hindernisse sind im Reglement genau umschrieben. Es gibt keine Rangliste, sondern lediglich ein "erfüllt" oder "nicht erfüllt".

 

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Military

Ein Military ist ein Spaziergang von mehreren Kilometern Länge, auf dem unterwegs verschiedene Aufgaben zu lösen sind. Da kein Reglement existiert, sind der Fantasie der Organisatoren bei der Posten-Gestaltung praktisch keine Grenzen gesetzt. Startzeiten sind meist frei wählbar.